{"id":626,"date":"2013-10-07T13:40:16","date_gmt":"2013-10-07T11:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.carpathia-verlag.de\/koulou-tamam\/?p=626"},"modified":"2013-10-07T13:40:16","modified_gmt":"2013-10-07T11:40:16","slug":"nimmt-das-kein-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.carpathia-verlag.de\/koulou-tamam\/2013\/10\/07\/nimmt-das-kein-ende\/","title":{"rendered":"Nimmt das kein Ende?"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_627\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.carpathia-verlag.de\/koulou-tamam\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tal-der-K\u00f6nige.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-627\" class=\"size-medium wp-image-627\" alt=\"TAL DER K\u00d6NIGE: mittags um drei, absolut menschenleer.   Foto: psk\" src=\"https:\/\/www.carpathia-verlag.de\/koulou-tamam\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Tal-der-K\u00f6nige-300x224.jpg\" width=\"300\" height=\"224\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-627\" class=\"wp-caption-text\">TAL DER K\u00d6NIGE: mittags um drei, absolut menschenleer. Foto: psk<\/p><\/div>\n<p>Das \u00e4gyptische Fremdenverkehrsamt hatte deutsche Journalisten zu einer Pressereise eingeladen, in der Hoffnung jetzt auch mal wieder positive Schlagzeilen zu erzeugen. Am Mittwoch kam die Gruppe zur\u00fcck, mit sehr unterschiedlichen Eindr\u00fccken. In der Tat ist es schon ziemlich ersch\u00fctternd, vor einem v\u00f6llig menschenleeren Tal der K\u00f6nige zu stehen. Immerhin keimte Hoffnung auf in diesen Tagen. Die Reisewarnung war erheblich entsch\u00e4rft worden. Selbst Europas gr\u00f6\u00dfter Reiseanbieter TUI hatte sich als letzter entschlossen, nun doch wieder Reisen nach \u00c4gypten anzubieten. Und nun das: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/aegypten-demos100.html\" target=\"_blank\">\u00dcber 50 Tote bei Stra\u00dfenschlachten<\/a> in Kairo und in anderen St\u00e4dten.<\/p>\n<p>Die Frage stellt sich automatisch: Warum gerade jetzt? Vorab: Mit der entsch\u00e4rften Reisewarnung und der m\u00f6glichen R\u00fcckkehr der Touristen haben die Ausschreitungen gar nichts zu tun. Der 6. Oktober ist ein sehr symboltr\u00e4chtiger Tag. Es ist der Nationalfeiertag, an dem des (vermeintlichen) Sieges \u00fcber die Israelis gedacht wird. Der Ausbruch des Ramadan-Krieges (oder wie er bei uns hei\u00dft: Jom-Kippur-Krieg) j\u00e4hrte sich gestern zum 40. Mal. Es war v\u00f6llig klar, dass die Moslembr\u00fcder an diesem Tag ihre Macht zeigen w\u00fcrden. Das Problem ist nur, dass sie nichts mehr zu zeigen haben. Wieder hatten sie von Millionen schwadroniert, die f\u00fcr Mursis Freilassung auf die Stra\u00dfe gehen w\u00fcrden. Ein paar wenige Tausend sind es geworden. Das hat im \u00fcbrigen jetzt auch die ARD begriffen. Wenn es so wenig Demonstranten und vergleichsweise soviele Tote gab, liegt der Gedanke an brutale Polizeigewalt immer nahe. Doch hier gilt es eines zu bedenken. Die Moslembr\u00fcder haben sich in den letzten Monaten immer st\u00e4rker auf ihren Gr\u00fcnder <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hasan_al-Banna\" target=\"_blank\">Hasan al-Bana <\/a>besonnen, der seinen Anh\u00e4ngern ins Stammbuch schrieb, dass sie nicht so am Leben h\u00e4ngen, sondern lieber f\u00fcr Allah und den Islam sterben sollten. Seine Schrift: &#8222;Die Todesindustrie&#8220; begr\u00fcndete den modernen islamistischen Terror. Wenn man in den letzten Wochen die Ansprachen der MB-F\u00fchrer wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Muhammad_Badi%27e\" target=\"_blank\">Mohammed Badi&#8217;e<\/a> (der inzwischen im Knast sitzt) geh\u00f6rt hat, dann war es genau die Sprache Hasan al Banas. Die, die jetzt noch den Aufrufen zu Demonstrationen der Moslembr\u00fcder folgen, sind nun wirklich der harte Kern, die an alles glauben, auch daran, dass es ganz besonders ehrenvoll ist, auf dem Pflaster von Kairo in seinem Blut f\u00fcr Mursi zu verrecken. Wenn die Moslembr\u00fcder \u00fcberhaupt noch \u00fcber so etwas wie Macht verf\u00fcgen, dann ist es das Body-Counting nach den Demonstrationen.<\/p>\n<p>Heute morgen haben die MB schrill <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/ausland\/gewalt-in-aegypten-mindestens-53-tote-bei-protesten-der-muslimbrueder-2062840.html\" target=\"_blank\">eine internationale Untersuchung<\/a> der Stra\u00dfenschlachten gefordert. Nehmen wir mal an, die momentane Regierung w\u00fcrde sagen: Ja, tolle Idee, das machen wir. Was w\u00fcrde dann passieren? Die Moslembr\u00fcder w\u00fcrden sofort krakelen, dass dies eine unerh\u00f6rte Einmischung in innere Angelegenheiten sei und dass die Regierung das Land an ausl\u00e4ndische Agenten verkauft habe. Es folgten wieder blutige Ausschreitungen.<\/p>\n<p>Es gibt noch immer Menschen, auch und gerade in Deutschland, die es f\u00fcr eine schreiende demokratische Ungerechtigkeit halten, dass den Moslembr\u00fcdern mit Gewalt die Macht entrissen wurde. Nun ja, in Deutschland werden die Moslembr\u00fcder auch nicht gerade als lupenreine Demokraten betrachtet. 1.800 z\u00e4hlte man in <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moslembr%C3%BCder#Muslimbr.C3.BCder_in_Deutschland\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> 2005. Und deren Gedankengut sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, sagt der Verfassungsschutz.<\/p>\n<p>Dass die Moslembr\u00fcder in \u00c4gypten als Organisation verboten worden sind, ist letztlich nur folgerichtig. Jede Gruppierung die in Deutschland solche Hetze betreibt, wird ebenfalls ganz schnell verboten. Im \u00fcbrigen: Die Partei &#8222;Freiheit und Gerechtigkeit&#8220;, also die Partei der Moslembr\u00fcder, ist nach wie vor erlaubt. Sie wird mit Sicherheit auch bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahr antreten und vermutlich sogar zwischen zehn und 20 Prozent der Stimmen einsammeln.<\/p>\n<p>Trotzdem sollte der Spuk mit den Moslembr\u00fcdern jetzt bald vorbei sein. Sp\u00e4testens nach der Besetzung der Moschee am Ramsesplatz, als Bewaffnete von den Minaretten wahllos in die Mensche schossen, haben die Br\u00fcder auch enorm viel Sympathien bei ihren konservativen Anh\u00e4ngern in Ober\u00e4gypten verloren. So etwas tut ein anst\u00e4ndiger Moslem nicht.<\/p>\n<p>Die Unruhen und die Toten von gestern werden nicht die letzten gewesen sein. Doch es werden immer weniger werden. \u00c4gypten wird zur Ruhe kommen, die das Land jetzt so dringend zum Neuanfang braucht. Mancher f\u00fcrchtet nun eine Milit\u00e4rdiktatur. Tats\u00e4chlich gibt es Anzeichen, die nichts Gutes verhei\u00dfen, andererseits macht die jetztige Regierung auch sehr viel richtig. Dass die Verfassungsgebende Versammlung nun ihr Werk vor den Parlamentswahlen beendet und es eine Verfassung vor dem Urnengang geben soll, ist sicher sehr vern\u00fcnftig. Der Weg zur Demokratie ist sicher noch lang und steinig, aber zumindest scheint die Richtung jetzt erst einmal zu stimmen.<\/p>\n<p>Doch auch, wenn die Pessimisten Recht behalten sollten und \u00c4gypten zu einer Milit\u00e4rdiktatur werden sollte, dann d\u00fcrfte die, aufgrund der im Grunde zivilen Struktur der Armee, eher milde als brutal ausfallen. Jedenfalls w\u00e4re sie das deutlich kleinere \u00dcbel, als ein faschistoider Staat, den die Moslembr\u00fcder im Begriff waren zu errichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das \u00e4gyptische Fremdenverkehrsamt hatte deutsche Journalisten zu einer Pressereise eingeladen, in der Hoffnung jetzt auch mal wieder positive Schlagzeilen zu erzeugen. Am Mittwoch kam die Gruppe zur\u00fcck, mit sehr unterschiedlichen Eindr\u00fccken. 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